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Wolfgang Borchert – Draußen vor der Tür

und der NSDAP regiert wurde). 1942 kam Borchert mit einer Schusswunde in der Hand und Gelbsucht (Gelbsucht, auch Ikterus genannt, ist eine gelbliche oder grünliche Pigmentierung der Haut und der Augen durch hohe Bilirubinwerte) aus dem Krieg zurück und wurde der Selbstverstümmelung beschuldigt. Obwohl diese Anklage fallen gelassen wurde, musste er dennoch wegen Aussagen, die den Staat bedrohten, ins Gefängnis gehen.Kurz nach seiner Freilassung wurde Borchert erneut verhaftet. Er hatte eine Parodie auf den Reichsminister Dr. Göbbels veröffentlicht. Nach neun Monaten Gefängnis wurde er im September 1944 an die Front nach Jena geschickt. Im März des folgenden Jahres ergab sich seine Firma den Franzosen und er wurde gefangen genommen. Doch er konnte fliehen und ging 600 Kilometer, um schwer krank in Hamburg anzukommen (Hamburg, offiziell Freie und Hansestadt Hamburg, ist die zweitgrößte Stadt Deutschlands und die achtgrößte Stadt der Europäischen Union) am 10. Mai 1945. Im November 1945 gründete Borchert das Hinterhoftheater Die Komödie.Kurz darauf band ihn seine Lebererkrankung an das Bett. Er hatte eine geteilte Meinung über seine Krankheit. Einerseits hatte er noch Hoffnung auf Genesung und wollte nicht von den Besuchern über seine Krankheit befragt oder gar bemitleidet werden, andererseits versuchte er, etwas Positives daraus zu gewinnen. „….wenn ich nicht ins Gefängnis gegangen wäre, hätte ich nicht die Blume eines Hundes geschrieben wenn ich nicht krank geworden wäre, hätte ich kein Wort geschrieben. Das Leben ist doppelseitig wie ein Fisch: Manchmal blinkt die Unterseite silbrig.“ In den letzten zwei Jahren seines Lebens schrieb er viele weitere Werke, darunter seine berühmtesten Werke, den Gedichtband Lantern, Night and Stars, Schyschipusch und Outside the Door. Im Oktober 1947 schrieb er sein letztes Werk:“Dann gibt es nur eines! indem er jeden Einzelnen aufruft, sich gegen Krieg und Zerstörung zu wehren. Einen Tag vor der Uraufführung seines Stückes Outside the Door am 21. November 1947 an den Hamburger Kammerspielen (Die Hamburger Kammerspiele sind ein Theater in Rotherbaum, Hamburg, Deutschland, im Bezirk Eimsbüttel) starb Borchert allein in Basel. Wolfgang Borchert gab einer vom Krieg verbrannten Lügengeneration eine Stimme und schrieb Geschichten und Gedichte, die immer aktuell waren.

Beckmanns Persönlichkeit, die ihn am Leben hält – ein Mädchen – ihr Mann: war unter Beckmanns Führung im Krieg und verlor sein Bein – den Oberst: Beckmann im Krieg – seine Frau – seine Tochter – ihr Mann – Kabarettistin – Frau Kramer: Der Tod ist fett und rülpsend, während der jammernde Gott schlank und zerbrechlich wirkt. Dies soll zeigen, dass nach dem Krieg nur noch wenige Menschen an Gott glauben können und dass sich der Tod wegen aller Verstorbenen bereits überfressen hat. Nach drei Jahren als Kriegsgefangener kehrt Sergeant Beckmann mit seiner am Ende schwer beschädigten Psyche zurück. Im Krieg verlor er elf Männer seiner Truppe und da er die Verantwortung für sie hatte, gibt er sich auch die Schuld am Tod seiner Kameraden. Als er sein Haus betritt, ist er bestürzt, dass seine Frau seit vielen Jahren nicht mehr auf ihn gewartet hat und eine neue Beziehung begonnen hat. Aus Verzweiflung über den Ehebruch seiner Frau stürzt er sich in die Elbe (die Elbe ist einer der größten Flüsse Mitteleuropas), die ihn aber wieder ausspuckt, da sie ihn noch nicht zum Tode reif gemacht hat. Beckmann ist am Strand des Flusses gebrochen. Jetzt kommt der andere ins Spiel.Die andere ist eine Art von Beckmanns zweiter Persönlichkeit. Im Grunde ist er genau das Gegenteil von Beckmann. Beckmann ist am Ende, will sterben und verteufelt das Leben und die Welt, der andere denkt positiv, ermutigt ihn, weiterzumachen und Ja zum Leben zu sagen. Da kommt ein Mädchen vorbei. Sie kümmert sich um ihn, hilft ihm hoch und bringt ihn nach Hause, wo sie ihn anzieht. Da der Krieg längst vorbei ist, wundert sie sich über seine Gasmaske (Die Gasmaske ist eine Maske, die den Benutzer vor dem Einatmen von Luftschadstoffen und toxischen Gasen schützt) Brille. Er trägt sie, weil er sonst niemanden hat. Das soll auch zeigen, dass der Krieg nicht ohne Folgen bleibt. Aber jetzt kommt der Mann des Mädchens, das unter Beckmanns Kommando stand, nach Hause. Beckmann verschwindet wieder. Jetzt besucht Beckmann seinen Oberst, um ihm die Verantwortung zurückzugeben. Aber der Oberst will es nicht verstehen und lacht ihn aus, weil er alles nur für einen Witz hält. Er lässt ihn beleidigt zurück und geht zu einem Kabarettisten, um im Leben wieder Fuß zu fassen. Er lehnt es jedoch mit der Begründung ab, dass die Menschen die Wahrheit nicht mehr hören wollen. Jetzt will er seine Eltern besuchen. Er läutet in ihrer Wohnung und eine Frau namens Kramer kommt heraus. Beckmann will wissen, wo seine Eltern überrascht sind. Traurig gleichgültig, erzählt sie ihm, dass sie sich selbst ermordet haben.Jetzt steht Beckmann wieder kurz vor dem Selbstmord. Er liegt erschöpft am Strand der Elbe. Diesmal spricht Gott mit ihm. Er bemitleidet ihn und sich selbst weinerlich und Beckmann wirft ihm vor, all dieses Leid zuzulassen. Aber Gott konnte nichts dagegen tun, weil niemand mehr an ihn glaubt. Nachdem er verschwunden ist, kommt der Tod in Form eines Straßenkehrers. Aber er will es nicht mitnehmen und geht wieder. Ihnen folgen der Oberst, der Direktor und Frau Kramer. Er verurteilt sie als seine Mörder. Während der Gespräche ist jeder oberflächlich, ignorant und desinteressiert. Aber dann entsteht ein Hoffnungsschimmer. Das Mädchen, das ihn bereits an der Elbe gefunden hat, ruft ihn an und kommt nach langer Suche zu ihm. Sie gesteht ihm ihre Liebe, aber auch sie hat Angst und verschwindet, als ihr Mann vorbeikommt. Jetzt sind Opfer und Täter umgekehrt. Beckmann ist nun der Täter und der Mann, das Opfer, der von ihm ermordet wurde. Dies ist das Ende seiner zweiten Persönlichkeit, Beckmann hat erkannt, dass man immer sowohl Täter als auch Opfer ist. Er ist bereit zu sterben.

Die Folgen der brutalen Zerstörung sind immer noch spürbar und oft genauso schlimm wie ihre Ursachen. Es zeigt auch deutlich die Angst und Ignoranz der Gesellschaft. Das zeigt sich vor allem beim Direktor, dem Oberst und Frau Kramer. Die dritte Moral wird schließlich im Dialog zwischen Beckmann und einem Kriegsüberlebenden unter seinem Kommando beschrieben. Beckmann war immer ein Opfer, aber er ist auch ein Täter. Wegen ihm hatte der Mann sein Bein verloren. Jeder ist ein Täter und ein Opfer, aber nichts kann getan werden, um die Menschen von einander abzuheben, ist, dass einige vergessen und andere nicht.

Meinung: Das Buch ist leicht zu lesen, aber manchmal ist es schwierig, zwischen Beckmanns Träumen und der Realität zu unterscheiden. Man kann sich Beckmanns Situation leicht vorstellen, weshalb mich das Drama mit seinem emotionalen Schreiben so sehr berührt hat.

Florian Geiss Qülle: Wolfgang Borchert (Wolfgang Borchert war ein deutscher Schriftsteller und Dramatiker, dessen Werk von seinen Erfahrungen mit der Diktatur und seinem Dienst in der Wehrmacht während des Zweiten Weltkriegs geprägt war): Vor der Tür und ausgewählte Geschichten, erschienen im Rowohlt Verlag.