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Joseph von Eichendorff (Analyse des Gedichts Zwei Gesellen)

der Veränderung der Artenstruktur einer ökologischen Gemeinschaft im Laufe der Zeit). Der Vater erscheint in der Pose der Mutter: neben der Wiege sitzen und das kleine Kind in den Schlaf schaukeln (Eichendorff kann noch nicht von einem emanzipierten Hausmann sprechen). Das Weibliche („Schwiegervater“) scheint mit dem Mütterlichen, dem fürsorglichen und dem Vormund verbunden zu sein (Ein gesetzlicher Vormund ist eine Person, die die gesetzliche Befugnis hat, sich um die persönlichen und Vermögensinteressen einer anderen Person zu kümmern, die Station genannt wird). Beim zweiten Gesellen erscheint dieses Leitmotiv (Ein Leitmotiv ist eine „kurze, immer wiederkehrende musikalische Phrase“, die mit einer bestimmten Person, einem Ort oder einer Idee verbunden ist) aus dem Bereich der Verführung („Verführerische Sirenen“ = mythische Figuren der Verführung), nicht als mütterliche, sondern als elementare Kraft der Sexualität. Das hochgesinnte Streben des ersten Gesellen, sobald er benannt ist, geht zu Ende: „Der Erste, der….“Das Finden ist per Definition das Ende der Suche. Was als Streben nach hohen Dingen begann, endet für ihn in der Wohnung, mit einem Blick ins flache Feld. Die „singenden, klingenden Wellen“ werden im Schaukeln der Wiege aufgezeichnet, eine Bewegung, die nicht von der Stelle kommt, sondern nur auf der Stelle trittund um eine Mittelachse geht.Vers IV: Der zweite Geselle: Die Wellen werden zum Schicksal des zweiten Gesellen: „Sein kleines Schiff, das war im Grunde“, die Wellen werden Wirklichkeit, das Singen und Klingen des ersten Verses wird gestört und zerrissen. Der Akkord ist verteilt (V. 1 und 5). Das Bild des Herausziehens wird zum Herunterziehen verschoben, die sanften Wellen werden zu einer tödlichen, bedrohlichen Welle. Singen von Klängen in der Strophe des Satzes, aber gesungen. Die Klangwelt des zweiten Gesellen besteht aus (o – u – a[s. die schreckliche Einstellung von Schumann]). Das Sinken, der Abgrund wird klanglich sichtbar. Die Bereiche Hören und Sehen sind in der Synästhesie gemischt (Synästhesie ist ein neurologisches Phänomen, bei dem die Stimulation eines sensorischen oder kognitiven Weges zu automatischen, unfreiwilligen Erfahrungen in einem zweiten sensorischen oder kognitiven Weg führt) („bunt klingende Kehle“). Er verschwindet vom Hören und Sehen. Außerdem macht die Syntax deutlich, was mit ihm geschieht (siehe Syntax): Er ist der Überwältigte, der sich dem Objekt, dem Lockmittel und dem Ziehen ergibt. Jede Unterstützung bricht und geht verloren, die Syntax ist nicht mehr mit ihr verbunden.Vers V: Der fünfte Vers spricht von Trostlosigkeit und Leere; nichts Menschliches ist mehr sichtbar, nur und Wind, kalter Wind, der die ganze Wärme des Geschöpfes vertrieben hat, eine wahre Mondlandschaft der Seele, eine Welt ohne wirkliches Subjekt. die letzten beiden Verse haben überhaupt kein nennenswertes Subjekt (siehe Syntax). Auch in der poetischen Substanz zeigt sich die Verwüstung der Welt ins Unirdische: „Es war überall so still“: Das Raumgefühl ist weggerutscht, ist vom Fischen abgehoben (Frage: Wo ist es still?). Alle räumliche Orientierung ist verloren gegangen. Der Wind weht über das Wasser und könnte an den ersten Tag der Schöpfung erinnern. Aber dort schwebt der“Atem Gottes“ (ruach elohim) über dem Wasser (al phene thehom), über der Urflut, über den Abgründen, über der Schlucht. Hier ist es der kalte Atem der Brise. Was als Ordnung (Kosmos gegen Chaos) begann, wird für das zweite Segel wieder ins Chaos zurückgeführt.Vers VI: Aber der christliche Dichter kann uns damit nicht entlassen. In der sechsten Strophe wird die Summe der Ereignisse gezogen. Hier kehren alle Elemente der anderen Verse zurück. Auch das rhythmische Motiv der beiden Gesellen taucht wieder auf (siehe Meter und Rhythmus). Die einzelnen Schicksale werden in ein menschlich mögliches Schicksal umgewandelt. Aber das wird unter das“Auge Gottes“ gestellt, als Antwort auf alles, was passiert ist. Das Geben widerruft die desolate Stille und die kalte Tristesse der Urwelt. Es endet mit Gottes Adresse. So wird wieder ein fester Grund, ein fester Bezugspunkt gefunden. Es zeigt sich auch in der Fülle und Schwere des Tons, mit dem das Gedicht endet.